Buschreiter.de — aktuell: Medaillenaberkennung

Mannschaft entscheidet über Klageweg

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Die fünf deutschen Olympiareiter von Athen werden in dieser Woche gemeinsam entscheiden, ob sie im Kampf um die aberkannten Goldmedaillen vor Gericht ziehen wollen. Hinrich Romeike hat in einem buschreiter-Interview ausgeschlossen, dass er mit Rechtsmitteln einen Alleingang unternehmen wird (Foto Julia Rau).

Der "Working Rider", als niedergelassener Zahnarzt im Hauptberuf ein echter Amateur in der Olympiamannschaft, hatte die renommierte Münchner Anwaltskanzlei Ulsenheimer und Friedrich wegen des nach wie vor höchst umstrittenen CAS-Urteils von Athen mit der Prüfung der "Sach- und Rechtslage" beauftragt. "Ich wollte mir einfach Klarheit verschaffen und das Ganze von der rechtlichen Seite genau beleuchten lassen, ich habe mich gefragt, ob ich daneben liege, ein Exot oder Querulant bin. Ich denke, ich liege nicht so falsch." Die Rechtsanwälte Jürgen Langer und Adam Ahmed raten ihrem Mandanten nämlich, die Wegnahme der Goldmedaillen nicht auf sich beruhen zu lassen. "Es konnten erfolgversprechende Angriffsmittel herausgearbeitet werden, die zu einer Aufhebung des Schiedsspruchs des internationalen Sportgerichtshofes "Court of Arbitration for Sports" (CAS) vor dem Schweizerischen Bundesgericht führen können", heißt es in einer Pressemitteilung der Anwälte. Welche Angriffsmittel dies sind, blieb in dem Statement allerdings offen. Offenbar gehen die Juristen den Streitfall sehr grundsätzlich an. Rechtsanwalt Langer: "Durch die rein formaljuristische Entscheidung des CAS ist es nicht gelungen, ein sportlich faires Schiedsurteil herbeizuführen. Darüber hinaus stellt der für die Teilnahme an den Olympischen Spielen zwingend notwendige Verzicht der Olympioniken auf staatlichen Rechtsschutz einen massiven Eingriff in den grundrechtlich geschützten Anspruch auf Justizgewährung dar." Im buschreiter-Gespräch sagte Hinrich Romeike, er denke nicht daran, unabhängig von Bettina Hoy, Ingrid Klimke, Andreas Dibowski und Frank Ostholt vor Gericht zu ziehen. "Entweder wir machen es gemeinsam oder eben nicht." In dieser Woche sei eine Teambesprechung geplant, bei der sich die fünf Olympiareiter über das weitere Vorgehen klar werden wollten. Romeike verweist darauf, dass es dabei um die Mannschaftsgoldmedaille gehe. "Wäre ich als Einzelmedaillengewinner betroffen, hätte die Sache längst weiterverfolgt." Ergo: Im Grundsatz ist es für Hinrich Romeike angezeigt, gegen die Wegnahme der Goldmedaillen Klage einzureichen. Nur: "Ich werde nicht aktiv versuchen, eine Mehrheit für meine Position zu finden, das sind alles erwachsene Leute. Jeder muss sich klar werden, was für ihn Priorität hat."

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