CCI*** Achselschwang:
GeländetagAndrew Hoy auf dem Chicken Way an die Spitze
Ingrid Klimke mit Zweitpferd auf Meisterkurs

Der australische Eventer Andrew Hoy blickte nach dem Nürnberger Wall auf die Stoppuhr und war sich sicher: Am folgenden Fohlenteich blieb ihm nach 20 Hinderniskomplexen der internationalen Vielseitigkeit in Achselschwang genügend Zeit, um mit Swizzle In die pferdeschonende, aber etwas zeitraubendere Alternative statt des schweren In-Out-Wassereinsprungs zu wählen (links). Die Lichtschranke im Zielraum stoppte später die Uhr dann nur vier Sekunden über der Bestzeit von 10 Minuten 30 Sekunden. Hoy musste so seinem Dressurergebnis von 34.4 nur 1.6 Zeitfehler hinzufügen und schob sich nach Dressur und Gelände an die Spitze des CCI*** Achselschwang.
Dennoch hat Ingrid Klimke am Sonntag beim abschließenden Springen die reele Chance, ihren Deutschen
Meistertitel erfolgreich zu verteidigen. Ähnlich wie beim Championat des vergangenen Jahres in Bonn-Rodderberg patzte sie mit ihrem Erst-Pferd Windfall im Cross. Der Dressur-Sieger verweigerte einmal an der Kehre, einem Bergab-Sprung mit anschließendem Oxer auf gebogener Linie. Ingrid Klimke: "Bis dahin lief mit Windfall alles sehr flüssig. Ich habe versucht, an den Sprung in sehr ruhigem Tempo zu reiten. Dass er einmal hingeguckt hat, kann man einem jungen Pferd verzeihen." Dafür schob sich die Pferdewirtschaftsmeisterin mit dem englischen Vollblut-Schimmel Sleep Late (links darunter) ganz ausgeschlafen mit einer fehlerfreien Geländerunde in der Zeit vom fünften Dressurplatz auf Rang 2 und damit auf die beste Ausgangsposition für die Deutsche Meisterschaft.
Dicht auf den Fersen mit nur 1,2 Punkten Abstand ist ihr der 42-jährige hessische Jugendtrainer Erhard Bartholomay/Ringwood Doreen. Bereits im Vorjahr war er in Achselschwang bester deutscher Buschreiter gewesen (rechts). Diesmal reihte er sich in die Gruppe der zehn Eventer ein, die mit ihren Pferden ohne Zeitfehler blieben. Darunter war auch Andreas Dibowski, der sich mit Leonas Dancer vom 13. Dressurplatz auf Rang 9 vorschob und im Meisterschaftszwischenergebnis an 4. Stelle liegt (unten).
Jeweils große Sprünge nach vorne taten mehrere deutsche Paare, die sich auf dem technisch anspruchsvollen, als Olympia-Vorbereitung konzipierten reelen Drei-Sterne-Kurs in hügeligem Gelände wacker schlugen: Marie-Jeanette Steinle beförderte das Pferd des Jahres 1999, Traque le Vent, mit einem angriffslustigen Ritt von Platz 21 nach der Dressur mit nur 3.2 Zeitfehlern auf den 14. Platz. Ihr folgte mit identischem Dressurergebnis Frank Ostholt/Eos, der im Cross nur wenige Sekunden langsamer war. Wieder einen Platz dahinter landete Dr. Annette Wyrwoll mit ihrem Erstpferd Equitop Bantry Bay. Gleich 18 Ränge machte Nele Hagener mit Little McMuffin gut und geht nach zeit- und hindernisfehlerfreiem Cross von Platz 19 ins abschließende Springen.
Bericht und Fotos: Wolf-Dietrich Nahr
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