Buschreiter.
de Ð aktuell: WM-Dressur (Gesamtergebnis)
VON JULIA RAU (FOTOS) UND
WOLF-DIETRICH NAHR (TEXT)

Rundum positive Bilanz nach zwei Tagen Vielseitigkeits-Dressur bei der WM in Aachen aus deutscher Sicht: Bettina Hoy und Ringwood Cockatoo fŸhren das Feld der 78 Paare vor der GelŠndephase mit 36.5 an. Au§erdem liegt das deutsche Team mit 122.5 Punkten mit recht klarem Abstand vor Australien (136.1) und Gro§britannien (138.6) in FŸhrung.
Das tolle
Mannschaftsergebnis haben neben Bettina Hoy Ingrid Klimke mit Sleep Late (2.)
und Frank Ostholt/Air Jordan (11.) erzeugt. Der vierte Mannschaftsreiter Hinrich Romeike rangiert mit Marius
nach der Dressur schlie§lich an Platz 27 (52.4), wŠhrend sich Einzelreiter
Andreas Dibowski mit Serve Well an Platz 3 in der Spitzengruppe ausgezeichnet
behaupten konnte. Der zweite Einzelreiter Dirk Schrade geht mit Sindy am
Samstag vom 21. Platz aus in die Startbox des Cross. Allerdings rangieren auf
Platz 3 gemeinsam Andreas Dibowski und die Mannschafts-Weltmeisterin von 2002,
Kimberly Severson/Winsome Adante. Beide Paare kamen mit 40.9 vom Viereck. Der
Spitzengruppe sitzt eine starke GelŠndereiterin im Nacken, die amtierende
Europameisterin Zara Phillips mit Toytown (41.7). Dann folgen weitere
Weltklasse-Paare: die beiden
australischen Teamreiter Megan Jones/Kirby Park Irish Chester und Clayton
Fredericks/Ben Along Time sowie der britische Mannschaftseuropameister William
Fox-Pitt/Tamarillo an 8. Stelle. Andrew Hoy setzt das Championat mit dem
Lexington- und Badminton-Sieger Master Monarch von Platz 15 aus fort. Ingrid
Klimke durchbrach mit Sleep Late beim Einreiten das Ritual, dass die Paare erst
das Stadion 2 verlassen, bevor das nachfolgende Paar in die Arena einreitet.
Die Folge: Klimke und der Vollblutschimmel wurden vom rauschenden Applaus
begrŸ§t, der zunŠchst eigentlich Susanna Bordone/Carrera galt. ãIch war etwas
frŸh drin und brauchte eine Runde ...Ich habe schon gemerkt, dass er etwas hei§
war.Ò Schlie§lich war die Reiterin mit 39.10 und dem 2. Dressurplatz ãsuper
zufriedenÒ Ð zumal aus ihrer Sicht ãdrei SchlenkerÒ das Resultat etwas
belasteten: eine kleine Stšrung bei den Rechtstraversalen, ein etwas verfrŸhter
letzter Galoppwechsel und eine minimale Unstimmigkeit beim Halten. ãIch habe
das beim Abreiten bewusst nicht mehr probiert, und dann war er echt
Ÿberrascht.Ò Schlie§lich schšpfte die Amazone bei der TrabverstŠrkung das
Potenzial von Sleep Late nicht komplett aus, ãweil der Boden in der Ecke schon
etwas tief warÒ. Bundestrainer Hans Melzers knapper Kommentar angesichts der
Einzel- und Teamresultate: ãMehr kann man sich nicht wŸnschen.Ò Am Vortag des
Cross gab Ingrid Klimke zu bedenken, dass der Kurs ãsehr anspruchsvoll und sehr
technischÒ sei. Die Reiterin: ãWir mŸssen dort schon eine Glanzleistung
vollbringen, ich will den Tag nicht vor dem Abend loben.Ò Als letzte
Mannschaftsreiterin habe sie bei wiederholten Abgehen mit gro§er Konzentration
ãPlan A, B, C und DÒ durchgespielt, ãdamit ich im Ernstfall alles abrufen
kannÒ. Das GelŠnde sei dadurch gekennzeichnet, dass sehr viele Hindernisse in
kurzer Abfolge auf die Paare zukommen. ãDas ist alles geballt und jeweils im
Hšchstma§ gebaut, da muss man bis zum letzten Sprung hochkonzentriert reitenÒ,
sagte Ingrid Klimke. Sie erinnerte daran, dass sie mit dem englischen
VollblŸter Ÿber ein ãsehr schnelles PferdÒ verfŸgt. Einerseits hat die 2. von
Badminton den Ehrgeiz, ãdie Zeit zu erreichenÒ. Andererseits macht sie das
letzte Wasser als anspruchsvolle Hinderniskombination nachdenklich. Sie werde
wŠhrend des Rittes entscheiden, ob sie dort die direkte Route wŠhlt oder den
etwa 24 Meter lŠngeren alternativen Weg einschlŠgt. Bettina Hoy lobte die
Leistung des Course Designers rundum: ãRŸdiger Schwarz hat einen phantastischen
Job gemacht, aber er stellt uns auch jede Menge Fragen.Ò Andreas Dibowski mŸnzt
seine Rolle als Einzelreiter in einen Vorteil um: Er kšnne ohne Teamdruck
seinem eigenen Konzept im GelŠnde folgen Ð mit Serve Well, bei der er keine
SchwŠchen erkennt. Charakteristisch sei allenfalls, dass die Stute nicht zu den
allerschnellsten Vierbeinern zŠhlt. Aber gerade weil das Cross das schnelle
VorwŠrtsreiten ohnehin nicht mšglich macht, rechnet sich Dibo gewisse Vorteile
aus.
© Verlag Nahr, D-93059 Regensburg/Germany, Wöhrdstr. 49
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