Buschreiter.
de Ð aktuell: WM-GelŠnde
VON JULIA RAU (FOTOS) UND
WOLF-DIETRICH NAHR (TEXT)

GlŸckliche und enttŠuschte Gesichter gab es im deutschen
Team am Samstag nach der GelŠndeteilprŸfung der Weltreiterspiele in Aachen:
WŠhrend Andreas Dibowski als Einzelreiter und Ingrid Klimke als
Mannschaftsmitglied durch Verweigerungen im Cross ihre Einzel-Medaillenhoffnungen wohl
aufgeben mŸssen, sicherten die Paare Bettina Hoy/Ringwood Cockatoo, Hinrich
Romeike/Marius und Frank Ostholt/Air Jordan mit begeisternden Nullrunden vor
Ÿber 40000 Zuschauern im Aachener Soerstal die FŸhrung des deutschen Teams.
Die fŸhrenden Zara
Phillips/Toytown (41.7), Bettina
Hoy/Ringwood Cockatoo
(43.7) und Frank Ostholt/Air Jordan (46.9) trennt jeweils weniger als ein
Springfehler. Einzelreiter Dirk Schrade und Sindy rangieren auf Rang 9. Nur 5.2
Zeitfehler belasten das Dressurergebnis. Zeitweise war dem Warendorfer eine
Verweigerung am ersten Wasser angerechnet worden, doch die Jury hatte
schlie§lich ein Einsehen, dass der deutsche Individual-Reiter dort bewusst den
alternativen Weg gewŠhlt hatte.
Bettina Hoy legte hinterher
ihren Arm um die neben ihr sitzende Zara Phillips und sagte: ãWir sind keine
Rivalen, sondern Freunde, wir konkurrieren nicht miteinander, sondern wir
reiten miteinander.Ò Ein herzliches Wort nach einem GelŠndetag, bei dem die
amtierende Europameisterin Zara Phillips im Sattel von Toytown mit einer von
elf Nullrunden in der Zeit der Dressursiegerin Bettina Hoy die FŸhrung
abgenommen hatte. Bettina Hoy hatte am Warsteiner HŸgel-Komplex und am letzten
Wasser die etwas risikoŠrmere Variante gewŠhlt: ãIch hatte die Mannschaft im
Kopf und keine Einzelplatzierung, wichtig war die Nullrunde fŸr das Team, alles
andere war zweitrangig.Ò Laut Bundestrainer Hans Melzer war diese letztlich
erfolgreiche Variante vorher genau abgesprochen. Bettina Hoy konnte nach ihrer
Nullrunde bilanzieren: ãIch bin rundum zufrieden. Er ist alles aggressiv
angegangen. Ich habe jedes Risiko vermieden, als ich gemerkt habe, dass er ein
wenig mŸde wurde.Ò Frank Ostholt schwebte: ãIch bin superglŸcklich, dass ich
auf einem Wahnssinnspferd sitze, das links und rechts die Flagge sieht und
nichts wie drŸber will. Er hat alles gemeistert, phŠnomenal, er hat sich fŸnf
Sack Mšhren verdient.Ò Ostholt hatte allerdings anfangs etwas seine liebe MŸhe
mit einem hšchstmotivierten ãJoe-JoeÒ: ãEr war unheimlich stark, ich habe
versucht, ihn mehr ans Bein zu bringen und auf die Hinterhand zu setzen, aber
er wollte immer schneller als ich.Ò Marius hat in dem WM-GelŠnde wieder einmal
unterstrichen, dass er wirklich eines der besten GelŠndepferde der Welt ist.
ãEr hat heute gezeigt, dass er da nicht nur artig und brav durchs Cross laufen
kann, sondern dass er ein richtig schnelles Pferd istÒ, sagte Hinrich Romeike.
ãRattenschnell, sicher und wie an der Schnur gezogen.Ò Zwei Pulsschlag-Momente
gab es trotzdem. Vom Aufsprung zum Boot am ersten Wasserkomplex sorgte ein
leichter Rumpler fŸr eine kleine Stšrung. ãEr hat sich mit einem Hechtsprung
gerettet.Ò Zuvor schon im Stadion kam das Pferd am zweiten Tisch laut Romeike
in eine zu gro§e Distanz. ãAber er puffert das weg.Ò Noch mehr aus dem Cross
© Verlag Nahr, D-93059 Regensburg/Germany, Wöhrdstr. 49
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