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Zwei Eventer mit großer Championatsqualität: Frank Ostholt/Air Jordan und Andreas Dibowski/Little Lemon auf dem Weg zum Aachener Nationenpreis (Fotos: Julia Rau) |
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CICO*** Aachen 2007 Auf einer Welle des Erfolgs Die Soers, die deutschen Vielseitigkeitsreiter und der Event-Erfolg: Nach dem Mannschaftserfolg bei den Weltreiterspielen im vergangenen Jahr waren die heimischen Buschreiter bei der Neuauflage in Aachen auf Drei-Sterne-Niveau unwiderstehlich: Der Team-Nationenpreis und der Einzelsieg gingen an die Jockeys mit Schwarz-Rot-Gold auf Helm und Schabracke. Endergebnisse: Einzel, Mannschaft Bilderbücher Mit einem Gesamtergebnis von 140,3 Minuspunkten verwiesen Frank Ostholt mit Air Jordan, Andreas Dibowski mit FRH Little Lemon, Peter Thomsen mit The Ghost of Hamish und Hinrich Romeike mit Marius Voigt-Logistic die Teams aus England (159,7) und Schweden (160,5) auf die Plätze zwei und drei. Ein Start-Ziel-Sieg gelang dem deutschen Schlussreiter Frank Ostholt auch in der Einzelwertung. Mit nur 35,7 Minuspunkten hatte der Warendorfer nach Dressur die Führung übernommen und diese auch im Springen und Gelände nicht mehr abgegeben . Als letzter Starter im Gelände machte er die Sache zwar noch einmal spannend, indem er die erlaubte Zeit um neun Sekunden überzog (Endstand 39,4) - der Sieg war ihm und dem Team aber dennoch nicht zu nehmen. "Air Jordan war fantastisch, er ist unglaublich routiniert. Die Strategie, immer den direkten Weg zu reiten, war vorher genau im Team abgesprochen. Deswegen konnte ich jeden Sprung konzentriert angehen, und alles hat genau so geklappt wie geplant", freute sich Ostholt. Vor allem die faszinierende Kulisse während des Geländerittes genoss der Doppelsieger von Aachen in vollen Zügen: "Vor diesem Publikum zu reiten ist schon ein Traum. Aber zu siegen ist unglaublich. Wie die Zuschauer gejubelt und uns unterstützt haben, an den Absperrungen habe ich immer wieder Laola-Wellen gesehen. Ich bin sehr glücklich, alles war phänomenal." Thomsen als Pfadfinder Den Grundstein für den deutschen Erfolg hatten bereits die beiden ersten deutschen Teamreiter gelegt: Peter Thomsen (52,7) und Hinrich Romeike (52,8) hatten die rund 3.990 Meter lange Strecke mit den 25 Hindernissen ohne Zeit- und Hindernisfehler bewältigt und damit auch in der Einzelwertung einen kräftigen Sprung nach vorne gemacht. Am Ende belegten sie die Plätze acht und neun. "Pfadfinder" Thomsen als erster Mannschaftsreiter hatte die erklärte Aufgabe, den Kurs für die nachfolgenden Teamkollegen zu testen und Hinweise auf mögliche Klippen zu geben. Eine wichtige Erkenntnis Thomsens: "Ich habe gemerkt, dass es sehr schwer ist, in der Zeit zu bleiben. Dabei habe ich ein sehr schnelles Pferd." Zehn Sekunden länger als erlaubt benötigte Andreas Dibowski mit FRH Little Lemon, um ins Ziel zu kommen. Sie landeten damit auf Platz sechs in der Endabrechnung (48,2). Der deutsche Erfolg wurde komplettiert durch einen fünften Platz der Einzelreiterin Ingrid Klimke (Münster), die mit ihrem Nachwuchspferd Seacookie TSF ebenfalls eine schnelle Runde vorlegte (51,60) und damit Platz sieben belegte. Der achtjährige Trakehner, Gewinner des CIC*** in Marbach, empfahl sich damit für größere Aufgaben. Ingrid Klimke: "Ich bin stolz und glücklich, dass mein Pferd, das ja erst acht Jahre alt ist, diese Aufgabe so toll gemeistert hat. Und ich bin wirklich happy, dass ich mit ihm und FRH Butts Abraxxas zwei so gute junge Pferde habe, die meinem WM-Goldpferd Sleep Late nachfolgen." Einen sehr guten Eindruck hinterließ auch der erst achtjährige Neuseeländer Katmandu, vorgestellt von Kai Rüder, der die Drei-Sterne-Kurzprüfung in der Aachener Soers auf Platz 19 beendete (61,3). Zwei Pechvögel Pechvogel aus deutscher Sicht war Simone Deitermann mit Flambeau H. Nach Dressur und Springen noch 14te, kassierte die Saerbeckerin 20 Minuspunkte für eine Verweigerung am vorletzten Hindernis und fiel damit auf Platz 24 zurück (79,3). Auch der Luhmühlen-Zweite, Dirk Schrade (Warendorf) musste mit Be my Guest eine Verweigerung am ersten Wasserhindernis in Kauf nehmen. Er beendete die Prüfung damit auf Platz 31 in der Endabrechnung (112,8). "Ich habe mich etwas vermanagt. An unserem Vorbeiläufer am Wasser war ich selbst schuld. Be my Guest ist ein junges Pferd und sie ist ansonsten ganz toll gelaufen, so dass ich ihr den Patzer nicht übel nehmen kann. Nach dem Vorbeiläufer hat sie mir das Gefühl gegeben, dass sie den nächsten Sprung förmlich sucht. Ich denke, ich werde in den nächsten Jahren noch viel Spaß mit ihr haben." Auf dem zweiten Platz in der Einzelwertung landete die schwedische Reiterin Linda Algotsson mit Stand by me. Auch die zweifache Weltcupsiegerin gehörte zu den drei Reiterin, die am Ende ihr Dressurergebnis "nach Hause brachten". Mit 40,40 Minuspunkten blieb sie damit hinter Ostholt auf Platz zwei, Dritter wurde der französische Ex-Europameister Nicolas Touzaint mit Hidalgo de L'Ile (45,6). Seine Mannschaft landete auf Platz vier. Topfavoritin Zara Phillips aus Großbritannien, im vergangenen Jahr Weltmeisterin in Aachen, erreichte in diesem Jahr mit Toytown auf Platz fünf (48,1), Vize-Weltmeister Clayton Fredericks (Australien) kam mit Ben Along Time nicht über den zwölften Platz hinaus (55,2). Insgesamt nahmen nur 34 Paare aus zehn Ländern an der hoch dotierten Nationenpreispremiere in der Aachener Soers teil. Sieben Nationen stellten ein Team. Trainer mit Luxusproblem Zwischen den Zeilen war bei Interviews nach dem Sieg des Nationenpreises herauszuhören, dass es bereits eine gewisse Vorentscheidung für die Teilnahme an der Europameisterschaft in Pratoni gegeben haben könnte: Die WDR-Interviewerin spekulierte im Gespräch mit Co-Moderatorin Bettina Hoy über einen Einsatz von Ringwood Cockatoo. Dies veranlasste Bundestrainer Hans Melzer zu der allgemeinen Aussage: "Wir sind ja in der glücklichen Lage, über eine ganze Reihe hervorragender Paare verfügen zu können, die schon seit 2003 ein gutes Team bilden. Es ist also längst nicht mehr so wie früher, dass wir gerade mal so sechs Paare (für ein Championat) zusammenbekommen. Das ist es dann natürlich schon schwierig, wenn man dem einen oder anderen sagen muss, dass er nicht mitfahren kann." Bettina Hoy stand daneben und machte nicht gerade ein glückliches Gesicht. Course Designer Rüdiger Schwarz könnte endlich einmal über die Kritik an seinen durchaus umstrittenen Experimenten im Vorfeld der Weltreiterspiele hinwegsehen und müsste nicht länger so nachtragend sein. Denn wie nach der WM wurde er rundum für seinen Kurs gelobt. "Er hat einen super Job gemacht. Der Kurs war technisch anspruchsvoll, und es zeugt von Qualität, dass es trotzdem keinen Sturz gegeben hat", sagte Frank Ostholt. Carl Bouckaerts Statement ist letztlich ein Kompliment für den Designer, denn die möchten ja, dass die Reiter mit Respekt ins Cross starten. "Das Gelände ist nicht leicht. Man denkt zuerst, es sei einfach, wenn man es zum zweiten Mal besichtigt. Aber wenn man die Strecke drei, vier Mal abgeht, sieht man erst, wie schwer es wirklich ist." |
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